Kommunale Wärmeplanung

Herr Dr.-Ing. Weck-Ponten von der Firma Energielenker berichtete im Technischen Ausschuss per Videoübertragung über den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung „Konvoi Badische Bergstraße“, zu dem auch Ilvesheim gehört. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist die Entwicklung einer lokal abgestimmten Strategie zur klimaneutralen Wärmeversorgung, die den Kommunen Planungssicherheit geben soll.

Als 1. Schritt erfolgte die Bestandsanalyse: Wie sehen die Wärmeinfrastrukturen, der Wärmeverbrauch und die Energiebilanz aus? Herr Weck-Ponten betonte, dass es sich bei den Angaben um einen Zwischenstand handelt. Als nächstes kommen die Potenzialanalyse, die Zielszenarien und zum Schluss die Wärmewendestrategie. Bisher wurden sog. Baublöcke gebildet, in denen Gebäude in den verschiedenen Teilen von Ilvesheim nach dem überwiegenden Alter zusammen gefasst wurden. Außerdem gab es eine Einteilung des Gebäudetyps nach Wohnen oder nicht Wohnen.

Bei der Potenzialanalyse wird geschaut, ob und wie eine Energieeinsparung und eine energetische Gebäudesanierung möglich sind und wie effektiv die Maßnahmen wahrscheinlich sein werden. Dabei sei auch der Denkmalschutz zu berücksichtigen.

Daneben wird die Wärmeerzeugung geprüft. Als direkte Wärmeerzeugung käme in Frage: Solarthermie, Abwärme, Geothermie, Umweltwärme, Biomasse, Wasserstoff. Strom zur Wärmeerzeugung könnte durch Wind, Wasser, Photovoltaik und durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) produziert werden. Die Potenziale würden dann eingeordnet werden: nach ihrem technischen, wirtschaftlichen und umsetzbaren Potenzial.

Anhand von Karten zeigte Herr Weck-Ponten das Potential für Geothermie und Freiflächenphotovoltaik in Ilvesheim auf. Allerdings wird nicht jede nutzbare Fläche umgesetzt werden können, z. B. weil ein Bauer seinen Acker nicht abgeben möchte. Außerdem müsse auch geprüft werden, ob es genug Handwerker für die Maßnahmen gäbe. Nach dem mit den Kommunen abgestimmten Zwischenbericht werden die Baublöcke in weitere Teilgebiete unterteilt und geprüft, welche voraussichtliche Wärmeerzeugung passt zu diesem Teilgebiet und welche Maßnahme werden zugeordnet. Jedes Gebiet bekommt einen individuellen Steckbrief. Wahrscheinlich sind die Daten bis Ende 2026 verfügbar, dann werden sie in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten Informationen zu ihrem Teilgebiet und können sehen, wie sie betroffen sind.