Gedenkveranstaltung am 9. November 2025 11. November 202511. November 2025 Wir laden herzlich zur Gedenkveranstaltung am Sonntag, 09.11.2025, um 17 Uhr vor der Gemeindebibliothek ein. Dabei wollen wir an die deportierten jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner von Ilvesheim und an die Reichspogromnacht 1938 erinnern. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialisten mit offener Gewalt gegen die jüdische Minderheit im Dritten Reich vor. Es brannten Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden verwüstet, jüdische Bürger/innen misshandelt. An den Gewalttaten beteiligten sich nicht nur Organisationen und Gliederungen der NSDAP, sondern auch Schulklassen, „einfache“ Nachbarn, Männer und Frauen. Im Volksmund bürgerte sich wegen der zerstörten Fensterscheiben jüdischer Geschäfte der verharmlosende Name „Reichskristallnacht“ für die Ausschreitungen ein. Der Begriff wurde später durch die Bezeichnung „Reichspogromnacht“ ersetzt. Die Mehrzahl der Synagogen und jüdischen Gebetshäuser ging in der Pogromnacht in Flammen auf. Die offizielle Bilanz waren rund 7.500 verwüstete Geschäfte, 267 zerstörte Synagogen und Gemeindehäuser sowie 91 Tote. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass mehr als 1.300 Menschen getötet und mindestens 1.400 Synagogen in Deutschland und Österreich stark beschädigt oder zerstört wurden. Das öffentliche Leben der Juden in Deutschland kam nach den Pogromen völlig zum Erliegen. Zwei Jahre später wurden am 22. und 23. Oktober 1940 mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz nach Gurs in Frankreich deportiert. Darunter auch Menschen aus Ilvesheim und Menschen, die schon zuvor von Ilvesheim in die Anonymität von Mannheim gezogen waren. Dies war eine der ersten organisierten Verschleppungen von jüdischen Deutschen aus ihrer Heimat. Manchen gelang die Flucht, mehr als Tausend starben in den kommenden Jahren aufgrund der furchtbaren Lagerbedingungen. Zwischen 1942 und 1944 organisierten SS und Polizei die Deportation der Internierten nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor, wo fast alle ermordet wurden. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Thorsten Walther wird der Historiker Markus Enzenauer einen kurzen Vortrag über die katastrophalen Ereignisse halten. Die musikalische Umrahmung übernimmt die Musikschule Ilvesheim, Außenstelle der Städt. Musikschule Mannheim. Wir freuen uns über viele Interessierte.